Forschungsprojekte zu Professional Service Firms

Im heutigen Blogeintrag stellen wir ein paar Beispiele von Forschungsprojekten vor, die aktuelle Doktoranden/-innen an unserem Institut an der Universität der Bundeswehr München verfolgen.

Die Wirklichkeit der Steuerung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften – Eine Anwendung der Praxistheorie Wittgensteins auf den Wandel von Archetypen (Georg Loscher)

Schrumpfende Margen und ein härter werdender Wettbewerb, aber auch immer größer werdende Organisationen verändern den Markt für Wirtschaftsprüfung. Es werden Rufe nach höherer Effektivität und Effizienz bei gleichzeitig höherer Prüfungsqualität laut. Diese beiden Ziele, hohe Prüfungsqualität und hohe Effizienz, müssen in den operativen Steuerungssystemen der Prüfungsgesellschaften miteinander vereint werden. Ziel des Forschungsprojektes: Ziel des Forschungsprojekts ist es daher das Zusammenspiel von betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstrumenten und berufsständischen Regelungen in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu untersuchen. Dabei stellt sich die Frage, wie die Akteure in ihrem alltäglichen Handeln sowohl die betriebswirtschaftliche Logik als auch die berufsständische Logik vereinen und kombinieren. Theoretischer Hintergrund: Als theoretischer Ausgangspunkt dient die Archetypentheorie, die den Wandel von berufsständisch zu managementorientierten Organsiationen im Feld der Professional Service Firms, beschreibt. Diese soll mit der auf Wittgenstein basierenden praxistheoretischen Konzeption von Theodore Schatzki kombiniert werden, um so eine stärkere Mikrofundierung des Forschungsfeldes zu ermöglichen. Methode: Es wird ein Multimethodenansatz gewählt, der sich auf qualitative Forschungsmethoden stützt. Dabei soll auf semi-strukturierte Interviews, teilnehmende Beobachtung und Dokumentenanalysen zurückgegriffen werden.

Interaktion zwischen Inhouse Consultants und ClientsErklärungsansatz für Inhouse Consulting (Dorothee Wulfert-Markert)

Die Organisationsform Inhouse Consulting hat sich in den letzten 25 Jahren von einer Randerscheinung zum Standard deutscher Großkonzerne entwickelt. Diese Entwicklung ist allerdings von der Strategischen Management- und Organisationsforschung nicht entsprechend aufgegriffen worden. Die wenigen bestehenden Studien reduzieren die Existenz von Inhouse Consulting nach wie vor mehrheitlich auf Kostenvorteile. Zudem fehlt ihnen oftmals der Praxisbezug. Ziel des Forschungsprojektes: Ziel dieser Dissertation ist es, einen Erklärungsansatz für Inhouse Consulting zu erarbeiten, der auf der Praxis interner Beratungsprojekte aufsetzt. Darüber hinaus sollen Gestaltungsempfehlungen für Inhouse Consulting formuliert werden, die für die Managementpraxis relevant sind. Zu diesem Zwecke wird erstens die Perspektive derjenigen Akteure, die in ein internes Beratungsprojekt involviert sind, berücksichtigt: Inhouse Consultants und ihre Kunden. Zweitens werden ihre Zusammenarbeit, Arbeitsinhalte und -methoden analysiert. Zum Dritten werden die übergreifenden organisatorischen, finanziellen und sonstigen Rahmenbedingungen beleuchtet. Theoretischer Hintergrund und Methode: Das übergreifende Thema Inhouse Consulting soll der Professional Service Firms-Forschung zugeordnet werden. Als theoretischer Bezugspunkt innerhalb der strategischen Management- und Organisationsforschung dient Strategy-as-Practice. Dadurch sollen sowohl theoretisch wie praxisrelevante Erkenntnisse gewonnen werden. Die Forschung basiert auf einer Triangulation qualitativer Methoden. Diese umfasst neben Experteninterviews, halbstrukturierte Leitfadeninterviews, Dokumentenanalysen und Introspektion.

Für nähere Informationen zu diesen und anderen Forschungsprojekten stehen wir jederzeit und gerne zur Verfügung.